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"Natürlich ist der Wettbewerb im Collège nicht tödlich - zumindest theoretisch - und hat für zahlreiche Kinder einen Spielcharakter, weil ja hier scheinbar nicht um Geld, sondern um trockene Bohnen gespielt wird. Dennoch werden die Schuljahre nicht ohne denkwürdige Schiffbrüche enden: einige Jungen werden vom Collège genommen unter dem Vorwand, daß sie dem Unterricht nicht “folgen” könnten. In welcher Klasse gibt es nicht Schüler, die plötzlich verschwinden, Opfer eines Systems, das schon im voraus über ihr Schicksal entschieden hatte und sie erwartete, um sie zu eliminieren. Das Collège bewirkt eine dreifache Verdinglichung: es identifiziert den Schüler mit seinem quantifizierten Produkt; es ersetzt die inneren menschlichen Beziehungen durch die inerten Beziehungen, die die Dinge untereinander haben, um diejenigen auf den Abfall zu werfen, die sich dem Gesetz der äußeren Beziehungen nicht anpassen können; der Unterricht versteinert den Inhalt des verabreichten Wissens derart, daß dieses selbst ein Ding und damit dem Interesse der Konkurrenten homogen wird und ermöglicht, sie nach der Quantität der akkumulierten Kenntnisse einzuschätzen."
Sartre, Der Idiot der Familie, Bd. 2, Hamburg 1986, S. 494 ff.
— Vor 5 Monaten